Ich habe es geschafft und eine funktionsfähige IPv6-Verbindung von meinem Rechner über die Fritzbox 7050 ins Internet mittels Sixxs-Tunnel.
Nachdem die Fritzbox mit Freetz geflasht war habe ich unter www.sixxs.net einen Account angelegt. Dabei muss man auch angeben, warum man einen SixXS-Account haben will. Natürlich weil ich Student bin und gerne mit Netzwerken herumspiele. Das wurde mir dann auch gewährt und mein Account freigeschaltet. Jetzt konnte ich endlich einen (ayiya) Tunnel beantragen, was ich dann auch getan habe. Mir wurden dann Provider in der Nähe vorgeschlagen die IPv6-Tunnel vergeben. Am dichtesten dran war die NetCologne aus Köln. Direkt in Frankfurt gibt es wohl keinen IPv6-Tunnel-Provider der mit SixXS zusammenarbeitet. Macht nichts dachte ich mir, ich will es eh erstmal nur testen. Bald schon nach meinem "tunnel request" erhielt ich eine Tunnel-ID und eine IPv6-Adresse. Die Tunnel-ID trug ich zusammen mit meinem Benutzernamen und Passwort in der Aiccu-Konfiguration der Fritzbox ein. Der Name des virtuellen IPv6 Interface auf der Fritzbox ist "sixxs". Das kann man auch nachschauen wenn man den Telnetdienst startet und sich dann auf die Fritzbox verbindet. Den Starttyp des Aiccu-Dienstes veränderte ich von manuel auf automatisch, damit der IPv6-Tunnel auch nach einem Neustart der Box aufgebaut wird.
Soweit so gut. Ich habe eine eigene IPv6-Adresse über einen SixXS-Tunnel aber der endet an meiner Fritzbox. Ich kann diese eine IP nicht an meine Rechner durchreichen. Dazu benötigte ich ein IPv6-Subnetz. Um das zu bekommen muss man bei SixXS Punkte, genannt ISKs sammeln. Nach meine Einrichtung und dem "tunnnel request" hatte ich nur noch 10 davon. Für ein eigenes Subnet benötigt man mindestens 15 ISKs. Also heiß es warten, denn mit jeder Woche die der Tunnel stabil läuft bekommt man 5 ISKs.
Diese Woche war es dann soweit ich konnte ein "subnet request" absetzen und erhielt innerhalb weniger Stunden ein eigenes /48er IPv6-Subnetz. Nun könnte ich auch den radvd auf der Fritzbox einrichten und starten.
Die IPv6 Schnittstelle der Fritzbox heißt "lan" (LAN) und bei IPv6-Adresse kommt die vor einer Woche schon beantragte eigene IPv6-Adresse mit /64er Subnetmask rein. Der IPv6-Präfix der Fritzbox ist dann das angeforderte IPv6-Subnetz welches aber anstatt der /48er eine /64er Subnetzmask bekommen muss. Die beiden Häkchen darunter habe ich ebenfalls gesetzt. Dann den Radvd starten und den Starttyp auf automatisch setzen.
Jetzt sollte das Subnetz im Netzwerk verbreitet und automatisch genutzt werden. Beim meinem Ubuntu musste ich erst im Netzwerkmanager die IPv6 Option von ignorieren auf automatisch umstellen und mir von der Fritzbox eine neue Adresse zuweisen lassen. Windows 7 holte sich seine IPv6-Adresse schon gleich nach dem Start.
Der IPv6-Erfahrung steht also nun nichts mehr im Weg.
Sicherheit: Da hier kein NAT eingesetzt wird, sind die Rechner durchaus aus dem Internet über die Fritzbox zu erreichen. Eine Firewall auf den Rechner selbst ist also Pflicht. Leider hat keine mehr auf die Fritzbox gepasst aber die 4 MB Flashspeicher sind bis auf ein paar Byte ausgeschöpft. Ein Scan mit nmap -6 [IPv6-Adresse] auf Ubuntu und die Fritzbox hat aber keinen offenen Port zu Tage gefördert. Daher sollte zumindest vorläufig nichts passieren.
Anmerkung: Was noch fehlt ist ein Test bei den anderen WG-Mitbewohnern und die Klärung der Fragen: Wie stabil ist das IPv6 auf der Fritzbox? Wird der IPv6-Tunnel nach einem Neustart der Fritzbox wieder aufgebaut? Wie ist die Geschwindigkeit mit dem IPv6-Tunnel (der ja viel Overhead in den Datenpaketen verursacht) im Vergleich zu IPv4? Aber das kann erst einmal warten.
Quellen:
http://www.zdnet.de/sicherheit_in_der_praxis_ipv6_mit_festen_adressen_so_nutzt_man_sixxs_tunnel_story-39001543-41522303-1.htm
http://www.ip-phone-forum.de/showthread.php?t=194261
http://freetz.org/wiki/packages/aiccu