Die Osterradtour habe ich gut überstanden. War auch recht locker vom Tempo und von der täglichen Kilometerleistung. Das Wetter war bis auf den letzten morgen eigentlich immer sonnig und warm. Wir sind mit dem Zug von Frankfurt nach Koblenz und dann par Rad an der Mosel entlang. Weinberge über Weinberge und viele alte Burgen, Kirchen usw. kann man unterwegs sehen und es waren auch viele Leute unterwegs. Hier die Bilder: LINK
230 Kilometer in 4 Tagen, 3 mal im Zelt schlafen und dann von Trier über Koblenz und Mainz wieder nach Frankfurt zurück.
Man bekommt übrigens auf den Campingplätzen das Gefühl, das alle Welt sich einen Wohnwagen leisten kann um damit auf Tour zu gehen. Die Anzahl der Leute die ebenfalls im Zelt unterwegs hielt sich in Grenzen. Die Anzahl der Stellplätze für Zelte war lächerlich klein im Vergleich mit der Anzahl derer für Wohnwagen. Das Campen für 3 Leute mit 2 Zelten und 3 Fahrrädern kostete auf den ersten Zeltplatz 19,50€ auf den zweiten Platz nur 10€ und auf den dritten 23,50. Eine heiße Dusche ist das beste nach einer Tour doch die muss bezahlt werden. In diesem Fall 90 Cent für 5 Minuten auf dem ersten Platz, 50 Cent für 5 Minuten auf dem zwoten Platz und auf dem letzten Platz war das Duschen im Preis enthalten, dafür gab es ja den höheren Preis. Auf den ersten und dritten Campingplatz wurden wir nicht sonderlich freundlich behandelt, eher wie ein notwendiges Übel zum Geld verdienen. Der zweite Campingplatz war der kleinste und wurde von einer kleinen Imbisshütte aus geleitet. Erfrischend freundlicher Empfang und unkompliziert da kein Papierkram, bezahlt wurde auf Verhandlungsbasis. Die nette Frau Platzwartin meinte dazu nur: "Zahlt was ihr möchtet aber mehr als einen Euro." Wir wollten 15 Euro zahlen aber sie nahm nur 10 an. Der Platz war zwar klein aber super am Flussufer gelegen. Drei Meter vom Zelt entfernt hätte ich im Wasser der Mosel gestanden. Die Duschen und Toiletten waren auf allen drei Plätzen in Ordnung. Auf den letzten Platz konnte man nur 5 Minuten am Stück duschen und musste dann 4 Minuten warten. Warum auch immer die Camper dort derart schikaniert werden...keine Ahnung. Aber Andreas fand heraus, das man die Wartezeit am besten durch kurzes Öffnen der Tür umgeht. Auf den Plätzen habe wir so nichts unternommen: Ankommen, anmelden, Zelt aufbauen, duschen, zu Abend essen, schlafen, aufstehen, waschen, abmelden, weiter fahren. Überhaupt haben wir meist noch vor 10 abends an der Isomatte gehorcht und sind um 8 morgens aus den Daunen/Kunstfasern.
Die Fahrt mit dem Gepäck ging unkompliziert. Alles war gut gepackt, auf das nötigste reduziert und gleichmäßig verteilt. Meist fuhr Andreas oder ich vorne und Magda hinkte hinterher. Das war aber wohl auch schon so als Magda und Andreas in Tschechien unterwegs waren. Magda hatte sich auch darauf gefreut, das ich wohl nicht so schnell bin. Jedenfalls hatte Andreas das nach der letzten Radtour mit mir erzählt. Stimmt auch soweit, was aber ein neues Fahrrad nicht so alles ändert. 
Trotz der ganzen Weinberge und sehr vielen lokalen an denen wir vorbei kamen beschränkte sich der Alkoholkonsum bei mir auf 200ml Wein in einer Straußwirtschaft. Dort aßen wir am dritten Tag zu Mittag. Das war in Brauneberg. Sehr gute, leckere Gerichte die wir draußen im Hof umgeben von blühenden Bäumen verzehrten. Kann ich nur jedem weiterempfehlen. Eine Flasche ließ sich leider nicht mitnehmen, meine Barschaft war knapp und die Taschen ohnehin voll. Magda kaufte aber eine Flasche für ihre Familie.
In Kaimt muss es gewesen sein wo wir dann nochmal kurz einkaufen wollten. Leider lag das einzige Einkaufszentrum weit oben auf einem Berg. Zwo Straßen führten hinauf, eine kurze steile und eine längere weniger steile Straße. Wir nahmen natürlich die kurze Route 11% Steigung über drei Kilometer schreckt uns kein bisschen. Forderte mich aber uns alle sehr. So sehr, dass wir oben angekommen nicht mehr genau wussten was wir eigentlich genau kaufen wollten. Da wir aber alle Hunger hatten wurde sehr viel gekauft. Highlight war ein Topf mit Feige-irgendwas-Eis für alle.
Irgendwann kamen wir auch noch in Trier an und schauten uns im Schnelldurchlauf die zwei prominentesten Attraktionen an. Das Porta Nigra und den Dom. Es blieb sogar noch genügend Zeit für eine kleine Mahlzeit und ein Eis. Dann ging es mit dem Zug wieder Heim nach Frankfurt.
Hier noch ein Bild von allen drei Rädern am Ende der Tour:

Achja... Kaum wieder da, schon wieder weg: Diese Woche gehts schon wieder los. Bisher nur Andreas und ich aber mit einem größeren Ziel. 200 km in 2 Tagen. Von Frankfurt über Mainz nach St. Goar (Loreley). Dort wird dann eine Nacht gecampt, dann gehts bis Lahnstein (kurz vor Koblenz) und an der Lahn entlang nach Limburg. Vor dort fährt uns die Bahn nach Frankfurt. Zwei mal ca. 100 km, dürfte zu schaffen sein. Den Teil der Strecke von Mainz an die Loreley fahren wir mit ein paar mehr Leuten zusammen welche eine Tagestour unternehmen. Sollte also ganz entspannt zu bewältigen sein. 
Posted by Martin